Entrümpelungsfirma.net · Unabhängiger Ratgeber rund um Entrümpelung und Haushaltsauflösung · Kosten · Ablauf · Verzeichnis

Metallschrott richtig trennen beim Entrümpeln

Eine Wohnungsauflösung oder Kellerentrümpelung fördert erstaunlich viele Metallteile zutage: alte Heizkörper, Kupferleitungen, ein angerosteter Fahrradrahmen, Aluprofile vom Schreiner, Elektroschrott mit Kupferanteilen. Wer das alles zusammenwirft und zum Wertstoffhof fährt, handelt zwar besser als jemand, der es in den Restmüll stopft. Aber er lässt dabei oft Geld liegen und macht die Sortierarbeit für andere teurer. Richtig gemacht ist Schrottentsorgung kein Aufwand, sondern ein kleines Geschäft.

Warum die Trennung überhaupt lohnt

Metalle lassen sich ohne Qualitätsverlust nahezu unbegrenzt recyceln. Trotzdem landen nach Schätzungen des Umweltbundesamts jährlich rund 600.000 Tonnen Metall im deutschen Restmüll, weil Haushalte die Trennung scheuen oder schlicht nicht wissen, was wohin gehört. Dabei liegt der Schrottpreis für Kupfer derzeit zwischen 4,50 und 6,00 Euro pro Kilogramm, für Aluminium zwischen 0,80 und 1,20 Euro, für Stahl und Eisen um die 0,10 bis 0,20 Euro. Wer in einer Altbauwohnung zum Beispiel 15 Meter alte Kupferrohre ausbaut, hat damit schnell 20 bis 30 Euro in der Hand.

Hinzu kommt: Schrotthändler zahlen nur dann gute Preise, wenn das Material sauber vorsortiert ist. Gemischter Schrott wird deutlich schlechter vergütet, weil der Händler selbst trennen und das Restrisiko einpreisen muss. Wer also in einer Wohnung mehrere Metallsorten findet, tut gut daran, sie bereits vor dem Abtransport zu separieren.

Die wichtigsten Metallarten erkennen

Im Haushalt begegnen einem meist sechs Gruppen:

  • Kupfer: rötlich, weich, häufig in Rohren, Kabeln und Elektrobauteilen
  • Messing: goldgelb, in Armaturen, Ventilen und Beschlägen
  • Aluminium: silbrig, leicht, in Profilen, Töpfen, Felgen und Fensterrahmen
  • Edelstahl: silbrig, magnetisch nur schwach oder gar nicht, in Küchengeräten und Verkleidungen
  • Eisen und Stahl: stark magnetisch, rostet, in Trägern, Heizkörpern, Werkzeug
  • Zink und Blei: schwer, grau, in alten Dachrinnen, Abflussrohren und manchen Beschlägen

Ein einfacher Haushaltsmagnet reicht als erstes Sortierwerkzeug: Haftet er, handelt es sich um Eisen oder Stahl. Haftet er nicht, liegt Buntmetall vor. Die Farbe hilft dann weiter. Kupfer ist unverwechselbar rötlich, Messing eher goldgelb, Aluminium auffallend leicht.

Mischteile und Verbundmaterialien

Das eigentliche Problem beim Entrümpeln sind Verbundteile. Ein alter Heizkörper besteht aus Stahl, hat aber Messingventile. Ein Elektromotor enthält Kupferwicklungen in einem Stahlgehäuse. Eine Waschmaschine vereint Edelstahl, Kunststoff und Kupfer.

Für kleinere Mengen lohnt es sich, Ventile abzuschrauben und separat beiseite zu legen. Kupferkabel aus Elektroschrott herauszutrennen kostet kaum fünf Minuten, kann aber den Erlös verdoppeln. Bei größeren Geräten übernimmt das oft der Schrotthandel selbst, aber nur gegen Abzug vom Preis. Wer ein bisschen Handarbeit nicht scheut, spart diesen Abzug.

Wer beim Thema nachhaltig entrümpeln noch tiefer einsteigen möchte, findet dort einen ausführlichen Überblick über die Verwertungskette vom Haushalt bis zur Schmelze.

Wohin mit dem sortierten Schrott

Es gibt drei Wege, und welcher der beste ist, hängt von der Menge und der Metallart ab:

Schrotthandel und Schrottplatz

Schrottplätze kaufen Metall an und zahlen nach Gewicht. Kupfer und Messing sind hier gut aufgehoben, denn die Preise werden täglich nach der Londoner Metallbörse (LME) festgesetzt. Für Eisenschrott fahren viele mobile Schrotthändler auch auf Anfrage vor und nehmen das Material kostenlos mit, bei größeren Mengen gibt es noch eine kleine Vergütung obendrauf. Sperrige Gegenstände wie Heizkörper oder Stahlträger nehmen viele kommunale Wertstoffhöfe kostenlos entgegen.

Elektrohändler und Rücknahmepflicht

Elektrogeräte fallen unter das Elektrogesetz (ElektroG). Händler mit mehr als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche sind verpflichtet, Altgeräte kostenlos zurückzunehmen, auch ohne Neukauf, wenn das Gerät kleiner als 25 Zentimeter ist. Größere Geräte nehmen sie zurück, wenn ein vergleichbares Gerät neu gekauft wird. Das gilt für Waschmaschinen, Kühlschränke und ähnliche Haushaltsgeräte.

Wertstoffhof

Für kleine Mengen, gemischten Schrott oder Verbundmaterialien, die man nicht zerlegen möchte, ist der kommunale Wertstoffhof die einfachste Option. Kostenlos, unkompliziert, und das Material wird fachgerecht sortiert. Der Nachteil: kein Erlös.

Typische Fehler bei der Entrümpelung

Der häufigste Fehler ist, Kupferkabel mit der Plastikummantelung in den Metallcontainer zu werfen. Viele Schrotthändler nehmen isolierte Kabel zwar an, zahlen aber deutlich weniger. Wer die Isolierung abisoliert oder zumindest ankündigt, was er hat, bekommt einen besseren Preis.

Ein weiterer Irrtum: Alufolie und Aluschalen aus der Küche in die Metallsammlung geben. Diese Folien enthalten oft Lackreste und sind so dünn, dass der Energieaufwand beim Einschmelzen kaum lohnt. Sie gehören in den Restmüll. Verwertbares Aluminium aus einer Entrümpelung sind Profile, Töpfe, Felgen oder Rahmen, keine Verpackungen.

Und: Asbest als Beschichtung auf alten Heizkörpern oder Rohren ist zwar selten, aber möglich, besonders in Gebäuden aus den 1960er und 1970er Jahren. Wer sich nicht sicher ist, sollte bei verdächtig bröselnden, grauen Beschichtungen auf Metallteilen professionelle Hilfe holen, bevor er schleift oder sägt.

Kleine Übersicht: Metall, Weg und Erlös

Metallart Typische Fundorte Empfohlener Entsorgungsweg Durchschnittspreis
Kupfer Rohre, Kabel, Elektrobauteile Schrotthandel, sauber getrennt 4,50 bis 6,00 Euro/kg
Messing Armaturen, Ventile, Beschläge Schrotthandel 2,50 bis 3,50 Euro/kg
Aluminium Profile, Töpfe, Felgen Schrotthandel oder Wertstoffhof 0,80 bis 1,20 Euro/kg
Eisen/Stahl Heizkörper, Werkzeug, Träger Mobiler Schrotthändler, Wertstoffhof 0,10 bis 0,20 Euro/kg
Elektroschrott Geräte, Motoren, Kabel ElektroG-Rücknahme, Wertstoffhof kostenlose Abgabe

Entrümpeln muss keinen Müllberg hinterlassen. Wer vor dem Abtransport fünfzehn Minuten in die Trennung investiert, spart Entsorgungskosten, schont Ressourcen und hat im besten Fall noch ein paar Euro mehr in der Tasche. Das braucht keine Fachkenntnis, nur ein bisschen Systematik und den richtigen Ansprechpartner für das jeweilige Material.

Entrümpelungsfirma.net Icon
Über Redaktion Entrümpelungsfirma.net

Die Redaktion von Entrümpelungsfirma.net bündelt praktisches Wissen rund um Entrümpelung, Haushaltsauflösung und Entsorgung. Entrümpelungsfirma.net ist ein unabhängiges Informationsangebot.

Wichtiger Hinweis: Entrümpelungsfirma.net ist ein unabhängiges Informationsportal und vermittelt keine Aufträge. Preisangaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Ein verbindliches Angebot liefert nur die individuelle Beauftragung einer Entrümpelungsfirma vor Ort.